Basics

Der Erhalt einer Diagnose bedeutet für den Patienten und seine Familienangehörigen eine emotionale und einschneidende Erfahrung. Genetische und nichtgenetische Diagnosen werden von einer Vielzahl von Einrichtungen angeboten und dem Patienten von unterschiedlichen Berufsgruppen mit verschiedenen Praxiserfahrungen und Qualifikationen mitgeteilt. Es bestehen unterschiedliche Ansichten darüber, welche Art von Diagnose durch den Test erstellt werden soll, welche Praktiken bei der Mitteilung der Diagnose zu bevorzugen sind, die korrekten Informationen, die der Patient und seine Angehörigen erfahren sollten, und wer für die Überbringung der Diagnose zuständig ist.
Die Umstände, unter denen die Diagnose mitgeteilt wird, können einen erheblichen Einfluss auf die Akzeptanz der Erkrankung und die nachfolgenden Entscheidungen des Patienten ausüben, die die weitere medizinische Versorgung des Patienten entscheiden.
Eine einheitliche europaweite Praxis existiert nicht – weder in Bezug auf die Frage, welche Diagnose durch den Test erstellt wird noch auf welche Weise dem Patienten die gewonnenen Informationen mitgeteilt werden. In vielen Ländern ist die humangenetische Beratung nicht einmal als Beruf anerkannt.

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Info cards

Info cards contain information, data and facts about the topic covered by the kit.
Merkmale seltener Krankheiten

Seltene Krankheiten sind in der Regel schwere, chronische und häufig degenerative und lebensbedrohende Erkrankungen. Sie sind in vielen Fällen unheilbar, führen zu Behinderungen, sind schwer zu kontrollieren und setzen den Patienten erheblichen psychologischen Belastungen aus. Die Konsequenzen für den Patienten insgesamt sind sehr komplex.

Implikationen der Diagnose für den Patienten

Die Diagnose einer seltenen Krankheit ist für den Patienten häufig eine traumatische Erfahrung und psychologisch belastend, da in vielen Fällen keine ausreichenden Informationen oder Heilungsmöglichkeiten bestehen.

Penetranz der Krankheit

Unter diesem Begriff versteht man die Wahrscheinlichkeit, dass der Träger einer genetischen Mutation, die Merkmale einer seltenen Krankheit besitzt, diese Krankheit tatsächlich entwickeln wird. Eine niedrige Penetranz bedeutet ein niedriges Risiko, die Krankheit zu entwickeln.

Ausprägung der Krankheit

Die Vorhersage der Ausprägung einer Krankheit auf der Grundlage eines bestimmten Genotyps ist schwierig. Die Ausprägung der Krankheit wird von den Folgen der Alterung, Umwelteinwirkungen und anderen Faktoren beeinflusst.

Die Diagnose einer genetisch bedingten Krankheit betrifft die Familie

Wenn die Diagnose eine genetisch bedingte Krankheit bestätigt, ist die gesamte Familie des Patienten betroffen.

Die Diagnose einer nicht genetisch bedingten Krankheit betrifft die Familie

Auch wenn die Ursache der Krankheit nicht genetischer Natur ist, muss sich die Familie des Patienten auf Veränderungen einstellen, bei denen die Unterstützung des Patienten eine wichtige Rolle spielt.

Was ist ein diagnostischer Test?

Die Diagnose einer Krankheit wird durch einen oder mehrere Tests bestätigt, mit denen eine bestimmte Erkrankung identifiziert oder ausgeschlossen werden kann. Solche Tests werden häufig zur Bestätigung einer Diagnose angewandt, wenn aufgrund von physischen Anzeichen oder Symptomen ein Verdacht auf eine bestimmte Krankheit besteht.

Gentests für eine beschränkte Zahl von Erkrankungen

Gentests können vor der Geburt oder in jedem Lebensabschnitt einer Person vorgenommen werden, sind jedoch nicht für alle Gene und alle genetisch bedingten Erkrankungen verfügbar.

Konsequenzen eines diagnostischen Tests

Das Ergebnis eines diagnostischen Tests kann die Entscheidungen eines Menschen in Bezug auf medizinische Maßnahmen, Umgang mit der Erkrankung und Familienplanung beeinflussen, selbst wenn die Krankheit niemals bei ihm ausbrechen wird.

Monogenetische und polygenetische Erkrankungen

Eine genetisch bedingte Krankheit kann durch den Defekt eines einzelnen Gen (monogenetische Erkrankungen wie Mukoviszidose) oder mehrerer Gene (polygenetische Erkrankungen wie Autismus und Krebs) hervorgerufen werden. Gentests werden in der Regel für die Diagnose von monogenetischen Erkrankungen eingesetzt, doch dies kann sich ändern.

Genmutation und chromosomaler Defekt

Eine genetische Erkrankung kann durch Aberrationen der Gene oder Chromosomen (organisierte DNA-Strukturen mit vielen Genen) wie im Falle der Trisomie 21 hervorgerufen werden. Mit Gentests können vor allem monogenetische Erkrankungen erkannt werden.

Nutzung spezialisierter Labors

Da die meisten genetisch bedingten Erkrankungen selten auftreten, werden die Gentests im Allgemeinen von spezialisierten Labors vorgenommen.

Tests zur Heimanwendung

Viele Tests wie HIV-Tests, Schwangerschaftstests oder nicht gesundheitsbezogene Tests (Vaterschaftstests oder genealogische Tests) sind als Heimtests erhältlich. Einige Tests sind verschreibungspflichtig.

Verfügbarkeit der Tests

In einigen EU-Staaten sind kommerzielle Gentests verfügbar. In anderen werden Gentests ausschließlich von Ärzten vorgenommen. In wiederum anderen EU-Staaten werden Gentests von Apotheken oder über das Internet angeboten.

Eine Reihe von Tests sind derzeit verfügbar

Es besteht nicht ein Gentest für jede seltene Erkrankung. Derzeit sind Gentests für mehr als 1300 Erkrankungen klinisch verfügbar. Einige hundert Test werden im Forschungsbereich angewandt und weitere Tests befinden sich in der Entwicklungsphase.

Ursachen seltener Krankheiten

80 Prozent der seltenen Krankheiten sind genetisch bedingt. Sie werden von den Eltern an die Kinder vererbt oder entwickeln sich spontan (nicht erblich, obwohl die Gene eine Rolle spielen). Sie treten bei der Befruchtung oder während der Entwicklung des Fötus auf und bestehen zum Zeitpunkt der Geburt.

Humangenetische Tests und Beratung

Da Gentests ethische oder psychologische Fragen aufwerfen können, werden häufig zusätzlich zum Test Beratungsgespräche angeboten.

Was bedeutet humangenetische Beratung?

Ein humangenetisches Beratungsgespräch beinhaltet einen Kommunikationsprozess, in dessen Mittelpunkt die Existenz oder das Risiko einer genetisch bedingten Erkrankung in der Familie sowie die möglichen Konsequenzen stehen.

Inhalte einer humangenetischen Beratung

Ein Berater vermittelt dem Patienten oder der Familie folgende Informationen:
- medizinische Fakten
- das Risiko für Angehörige
- die Möglichkeiten, mit der Erkrankung umzugehen
- nächste Maßnahmen
- die bestmögliche Anpassung an die Erkrankung sowie das Risiko eines erneuten Auftretens

Beratung vor dem Gentest

Das Beratungsgespräch vor dem Gentest beinhaltet:
- die Erwartungen des Patienten
- das Für und Wider des Gentests
- die Methode
- die Zuverlässigkeit des Tests
- die Möglichkeit eines positiven Befunds
- zusätzliche Kosten
- die Vorgehensweise für die Mitteilung der Testergebnisse.

Beratung nach dem Gentest

Das Beratungsgespräch nach dem Gentest beinhaltet:
- die Erläuterung des Tests, der Erkrankung und der Konsequenzen
- Vorgehensweise beim Informieren der Angehörigen
- Implikationen für die Person und die Angehörigen
- Nachbetreuung durch einen Psychologen und Patientenorganisationen
- Zusammenfassung der Testergebnisse und Informationen für die Angehörigen

Humangenetische Beratung und Menschenrechte

Artikel 12 des Europäischen Übereinkommens über Menschenrechte und Biomedizin verlangt eine angemessene humangenetische Beratung vor Durchführung des Gentests.

Humangenetische Beratung in Europa

Die meisten EU-Mitgliedsstaaten verfügen über keine gesetzlichen Vorschriften in Bezug auf humangenetische Beratungsgespräche. Ausnahmen sind Frankreich, Deutschland, Norwegen, Österreich, Portugal und die Schweiz.

Genetische Informationen und Datenschutz

Der dänische Ethikrat betrachtet genetische Informationen als Sonderfall, da sie nicht nur Aussagen über eine bestimmte Person ermöglichen, sondern auch über deren Angehörige, und weil sie sowohl Informationen über Einzelpersonen als auch Bevölkerungsgruppen liefern.

Issue cards

Issue cards contain questions, open problems and different points of view about the topic of the kit.
Ist ein Beratungsgespräch ausreichend?

Können Patienten und deren Angehörige sämtliche Informationen und mögliche Implikationen während eines einzigen Beratungsgesprächs aufnehmen?

Notwendigkeit von weiterführenden Beratungsgesprächen

Sollten Patienten und Angehörige an eine Patientenorganisation weitergeleitet werden, die sich mit der jeweiligen Erkrankung befasst? Falls eine solche Organisation nicht existiert, sollten dann nicht mindestens Informationen über Telefon-Hotlines angeboten werden?

Diagnose und Familienangehörige

Patienten sollten wissen, inwieweit die Diagnose andere Familienmitglieder betrifft und in welcher Form ihnen die Diagnose vermittelt werden kann.

Auswirkungen auf Angehörige

Der Zwillingsbruder oder die Zwillingsschwester eines Kindes, bei dem eine bestimmte Erkrankung diagnostiziert wurde, kann ebenfalls betroffen sein, beim Informationsgespräch über die Erkrankung darf eine solch wichtige Information jedoch nicht mitgeteilt werden.

Humangenetische Beratung braucht Zeit

Viele Patienten und Angehörige haben am Anfang Schwierigkeiten, sich auf die Diagnose einzulassen.

Geeigneter Ort für die Mitteilung der Diagnose

Manche Patienten erhalten ihre Diagnose in einem Krankenhauskorridor oder per Telefon. Ist dies akzeptabel?

Verspätete Diagnose

Vor dem Erhalt der korrekten Diagnose haben viele Patienten und ihre Angehörigen mehrere Jahre nach einer Erklärung für ihre Symptome gesucht.

Schuldgefühle der Eltern

Viele Eltern machen sich Vorwürfe, dass sie sich nicht früher für einen Gentest entschieden haben. Sie haben oft auch starke Schuldgefühle, weil sie ihrem Kind „schlechte Gene“ vererbt haben.

Richtlinien reichen nicht aus

Die Existenz von Vorschriften und Richtlinien ist nicht automatisch Ausdruck einer gut organisierten humangenetischen Beratungspraxis.

Das Verständnis der Diagnose bestimmt ihren Nutzen

Was nützen die Investitionen in Forschung, Entwicklung und die Bereitstellung von Gentests, wenn Patienten die Informationen nicht verstehen, die ihnen mitgeteilt werden?

Wahl der Person, die dem Patienten die Diagnose vermittelt

Sollten Patienten die Person selbst bestimmen können, von der sie die Diagnose erfahren möchten?

Der Schutz der genetischen Informationen ist wichtig

Die DNA eines Menschen wird von vielen als Teil seiner Identität betrachtet. Sie hat Auswirkungen auf die Familie, die Zukunft des Menschen und ist unveränderlich.

Konsequenzen der Offenlegung genetischer Informationen

Wer die Ergebnisse von Gentests seiner Lebensversicherung mitteilt, dem kann eine Versicherungspolice gekündigt werden.

Recht auf Wissen

Ob eine Behandlungsmöglichkeit für eine seltene Erkrankung besteht oder nicht – Patienten haben ein Recht darauf zu wissen, ob sie betroffen sind.

Das Recht, es nicht zu wissen

Während viele Patienten wissen möchten, ob sie von einer seltenen Erkrankung betroffen sind, entscheiden sich andere Patienten gegen das Wissen.

Sorgen vor Diskriminierung?

Wenn sich ein Patient trotz der Symptome einer genetisch bedingten Erkrankung gegen einen Gentest entscheidet, muss er Diskriminierung befürchten?

Humangenetische Beratung ist kostspielig

Genetische Beratungsleistungen beinhalten Beratungsgespräche vor und nach dem Gentest, Aufklärung und Einverständnis, Testinterpretation sowie eine medizinische und psychologische Nachbetreuung, die finanzielle und personelle Ressourcen voraussetzt...

Wichtigkeit einer korrekten Interpretation

Sollte dem Patienten die Diagnose ausschließlich in seiner eigenen Sprache mitgeteilt werden?

Beratungspflicht?

Humangenetische Beratung darf keine Pflichtmaßnahme sein, ebenso wenig wie jede andere medizinische Maßnahme.

Verweigerung der humangenetischen Beratung

Auch wenn ein Patient darauf besteht, einen Gentest ohne Beratungsgespräch vornehmen zu lassen, sollten die medizinischen Fakten und möglichen Konsequenzen vom bestellenden Arzt zur Sprache gebracht werden.

Beteiligung an den Entscheidungsprozessen

Selbst bei Gentests von Kindern oder Personen, die ihr Einverständnis nicht erteilen können, sollte die Person dennoch an den Beratungsgesprächen und dem Entscheidungsprozess teilnehmen, soweit ihre Fähigkeiten dies zulassen.

Implikationen des Verzichts auf Beratung

Testergebnisse, die dem Patienten unmittelbar und ohne Beratung mitgeteilt werden, können falsche medizinische Informationen vermitteln und dafür sorgen, dass sich der Patient zu spät in Behandlung begibt oder ungeeignete Behandlungsformen anstrebt.

Welche schriftlichen Informationen sind notwendig?

Eine schriftliche Zusammenfassung des Testergebnisses und der Probleme, die während der Beratung angesprochen wurden, sollte dem Patienten mitgegeben werden.

Welche Informationen liefert ein Gentest?

Ein Gentest ist kein unfehlbarer Indikator für eine bestimmte Krankheit. Einige Erkrankungen entstehen durch zahlreiche Mutationen verschiedener Gene und sind nicht durch einen einzigen Test nachweisbar.

Story cards

Jean Brown
Ich heiße James und bin 7 Jahre alt. Bei meinem zehnjährigen Bruder wurde vor kurzem das Marfan-Syndrom festgestellt. Meine Mutter sagt, dass es sich dabei um eine seltene Krankheit handelt, die das Herz und die Bewegungen beeinträchtigt. Uns war immer klar, dass mein Bruder zu groß und zu dünn war, aber jetzt sagt meine Mutter, dass er nichts Schweres heben soll und keinen harten Sport treiben darf wie Fußball. Mit wem soll ich jetzt spielen? Nimmt er mir übel, dass ich ihn immer wegen seiner langen Beine gehänselt habe? Wie hat er diese Krankheit bekommen? Kann ich auch krank werden? Ich hoffe, irgendwer kann mir erklären, was los ist.
Olivia Drioli
Ich kann mich noch gut an den Tag erinnern, an dem bei meiner Tochter die Pelizaeus-Merzbacher-Krankheit (eine genetisch bedingte Erkrankung, die durch unwillkürliche Augenbewegungen, eingeschränkte Körperbeherrschung und eine verzögerte kognitive Entwicklung gekennzeichnet ist) diagnostiziert wurde. Ich sah, wie die Ärztin den Mund bewegte und konnte sogar ein paar Worte verstehen: „Nystagmus“ ... „kognitive Entwicklungsverzögerung“..., aber ich konnte eigentlich nicht wirklich zuhören. Ich habe praktisch nichts davon aufgenommen, was sie mir versuchte zu erklären. Ich befand mich in einem Schockzustand. Weshalb ich? Passiert das gerade wirklich? Ich brauchte einige Zeit, um die schockierende Nachricht zu verdauen, bevor ich mit der Ärztin erneut sprechen konnte.
Zsofia Fuisz
Bei meinem Sohn wurde vor 15 Jahren die Duchenne-Muskeldystrophie (eine neuromuskuläre Erkrankung, die zu Bewegungseinschränkungen und schließlich zur vollständigen Lähmung und zum Tod führt) festgestellt. Bis heute empfinde ich eine starke Reue aufgrund der Anforderungen, die ich an ihn richtete, bevor ich die Diagnose erhielt. „Beweg dich schneller, geh' die Treppe hoch, konzentrier' dich...“ Als er fünf Jahre alt war, liefen die meisten seiner Freunde herum und spielten. Ich hatte keine Ahnung, dass diese Bewegungsprobleme durch eine Krankheit verursacht wurden. Heute wünschte ich, ich hätte früher von seiner Krankheit erfahren.
Andreas Andreou
Ich bin der Leiter eines Krankenhauses. Unser Budget ist begrenzt, und zurzeit haben wir nicht die Mittel, um humangenetische Berater einzustellen. Die Ergebnisse von diagnostischen Tests werden den Patienten daher von einem Arzt und einem Psychologen mitgeteilt. Dies ermöglicht einen ganzheitlichen Ansatz, der medizinische und emotionale Aspekte der neuen Diagnose berücksichtigt. Ich bin davon überzeugt, dass diese Fachkräfte sehr gut ausgebildet sind und unsere Patienten optimal beraten können.
Asger Larsen
Im dänischen Gesundheitsministerium müssen wir entscheiden, welche Gentests angeboten werden dürfen und welche von unserem Gesundheitssystem bezahlt werden. Wir verstehen jedoch, weshalb viele Patienten wissen wollen, ob sie von einer genetisch bedingten Krankheit betroffen sind – auch wenn diese nicht heilbar ist: Weil sie ihre Lebensqualität verbessern können. Wenn eine Krankheit genetische Ursachen hat, können andere Familienmitglieder ebenfalls betroffen sein. Für die Gesundheit der Bevölkerung insgesamt ist es sinnvoll zu wissen, wie viele Menschen an seltenen Krankheiten leiden, da nur so die Entwicklung möglicher Therapien vorangetrieben werden kann. Wie können wir bei unserer Entscheidung über die Zulassung von Gentests alle diese Aspekte abwägen?
Patrick Vermeire
Kurze Zeit nach meinem Umzug nach England kam meine Tochter zur Welt. Beim Neugeborenenscreening wurde bei ihr eine seltene Erkrankung festgestellt. Der Arzt erklärte mir, dass meine andere Tochter ebenfalls Trägerin des Gens sein könnte und diese Frage durch einen Gentest geklärt werden sollte. Für mich war sofort klar, dass sie diesen Test machen sollte. Der Arzt vermittelte mir einen Termin bei einer humangenetischen Beraterin. Sie erläuterte alle Vor- und Nachteile eines Gentests zum jetzigen Zeitpunkt und wies mich auf die Möglichkeit hin abzuwarten, bis meine Tochter diese Entscheidung selbst treffen kann. Dieses Beratungsgespräch war sehr hilfreich. Ich kam zu dem Schluss, dass sie selbst über den Gentest entscheiden soll, sobald sie alt genug ist.
Joerg Englert
Als mein Vater 54 Jahre alt war, wurde bei im das Birt-Hogg-Dube-Syndrom diagnostiziert, eine seltene Erkrankung, die Haut und Lunge angreift und das Risiko bestimmter Tumorarten erhöht. Wir sind noch nicht sicher, ob es sich dabei um die erbliche oder spontane Krankheitsform handelt, und wissen daher nicht, ob auch andere Familienmitglieder von dieser Erkrankung betroffen sind. Obwohl ich erst 22 bin, weiß ich nicht, ob ich mich testen lassen sollte. Will ich wirklich wissen, ob bei mir diese genetische Mutation besteht? Selbst wenn dies der Fall ist – nur ein geringer Prozentsatz der Menschen mit einer solchen Mutation entwickeln irgendwann die Symptome der Krankheit...
Tom Brennan
Ich heiße Tom und bin 48. In meiner Familie gibt es mehrere Krebserkrankungen. Als fast 50-Jähriger habe ich angefangen, im Internet nach Informationen über Krebs zu suchen, und bin auf einen Prostatakrebstest gestoßen, der zu Hause durchgeführt werden kann. Ich bestellte diesen Test. Das Ergebnis war alarmierend. Ich war sehr besorgt. Schnell suchte ich meinen Arzt auf. Dieser sagte mir, dass die Situation nicht so ernst ist, wie ich annahm. Er erklärte mir die Wahrscheinlichkeit und Zuverlässigkeit des Tests und gab mir weitere Tests mit. So erfuhr ich, dass mit mir derzeit alles in Ordnung ist. Ich war erleichtert, aber Nerven hat mich diese Erfahrung dennoch gekostet.

Policies

The policy positions on which participants vote after the discussion. It is always possible for a group to make their own policy and vote on that as well.

Dem Patienten sollte es ermöglicht werden, Proben an ein Labor für beliebige Diagnosen zu schicken und das Ergebnis jedes diagnostischen Tests in der von ihm gewünschten Form zu erhalten. Regulierungsvorschriften sind nicht erforderlich.

Regulierungsvorschriften auf nationaler Ebene definieren die Art der durchgeführten Tests und die zu erstellende Diagnose, und der Patient darf entscheiden, wie und wann die Tests vorgenommen werden und wer ihm die Diagnose mitteilen soll.

Regulierungsvorschriften auf nationaler Ebene legen fest, welche Tests vorgenommen und welche Diagnosen erstellt werden dürfen. Patienten sollten die Ergebnisse des Tests von einem entsprechend qualifizierten Mitarbeiter erhalten.

Regulierungsvorschriften auf europäischer Ebene legen fest, welche Tests vorgenommen und welche Diagnosen erstellt werden dürfen. Nur humangenetische Berater, die über ein Zertifikat gemäß den einheitlichen europäischen Richtlinien verfügen, dürfen den Patienten über die Ergebnisse des Tests informieren.

Advanced

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